So entdecken Sie Ungereimtheiten im Text

25 Sep 2015

Zunächst ist es ungewohnt, doch dann wird sie zum festen Bestandteil der Textüberprüfung: Die Methode des lauten Lesens eignet sich bestens für das Korrigieren von Texten.

Der Grund: Das menschliche Ohr ist unbestechlicher als das Auge und bringt Ungereimtheiten an den Tag. Das hängt mit den Ursprüngen der Sprache zusammen, die in ihren Anfängen gesprochene Sprache war. Sollte die mündliche Überlieferung gelingen, so war ein melodiöser Text von Vorteil. Auch heute noch bewegen wir unsere Sprechwerkzeuge beim Lesen mit, formen wir Geschriebenes mit Zunge und Lippe leicht nach.

Was Sie genau durch lautes Lesen von Texten erreichen:

Distanz: Das laute Lesen bringt den vertrauten Text auf Abstand. Sie hören ihn quasi aus der Ferne und hebeln die Betriebsblindheit aus. Während des lauten Sprechens entdecken Sie tückische Stellen, die Ihnen vorher gar nicht aufgefallen sind.

Lesbarkeit: Beim lauten Lesen kommt der Sprechfluss ins Spiel. Er sagt viel darüber aus, ob der Satzbau stimmt und Sie verständliche Wörter verwenden. Wenn der Text keine Zeit zum Atemholen lässt oder wenn Sie sich an manchen Stellen verhaspeln, dann ist Revision angesagt.

Textmelodie: Ob ein Text melodisch klingt oder nicht, erkennen Sie beim lauten Lesen unmittelbar. Textmelodie und Lesbarkeit sind Qualitäten, die dem einen großen Ziel dienen, nämlich der guten Textaufnahme. Ein gut klingender, verständlicher Text lässt sich viel besser memorieren, so dass das Geschriebene auch tatsächlich seinen Zweck erfüllt.