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Faustregeln für gut lesbare Texte

Gerade weil es beim Schreiben so viele Freiheiten gibt, wird häufig der Wunsch nach Faustregeln laut. Im Folgenden eine Zusammenstellung zum Thema Länge und Umfang. Die Faustregeln können als Anhaltspunkt beim Schreiben dienen, doch natürlich kommt es wie immer auf den Einzelfall an.

Satzlänge

15–20 Wörter pro Satz gelten als Maß für gut verständliche Texte. Doch kurze Sätze allein machen noch keinen guten Text. Denn sie führen in der Summe zu einem unattraktiven Asthmastil. Empfehlenswert ist ein lockerer Wechsel von kurzen und längeren Sätzen.

Die Deutsche Presse-Agentur (dpa) gibt ihren Mitarbeitern konkrete Angaben an die Hand: 20 Wörter markieren die Obergrenze des Erwünschten, bei 30 Wörtern liegt die Grenze des Erlaubten.

In Word kann man sich die Anzahl der Wörter pro Satz in der Lesbarkeitsstatistik anzeigen lassen. Dazu ist das entsprechende Häkchen bei der Registerkarte Dokumentprüfung (Word-Optionen) zu setzen.

Zeilenlänge

60–80 Zeichen pro Zeile sind optimal für eine gute Lesbarkeit. Der Grund: Bei längeren Zeilen fällt es schwerer, den Beginn der nächsten Zeile zu finden. Außerdem muss mit zunehmender Breite der Kopf mitbewegt werden, was natürlich ermüdet.

65 Zeichen entsprechen im Schnitt 10 Wörtern. Sowohl zu kurze als auch zu lange Zeilen wirken wenig einladend. Bei kurzen Zeilen führt die fehlende Silbentrennung im Internet außerdem zu unschönen Umbrüchen und Löchern. Ein unattraktives Textbild ist die Folge.

Absatzlänge

3-7 Zeilen pro Absatz ergeben eine angemessene, gut lesbare Texteinheit. Ungegliederte Texte ohne Absätze lassen sich schwer lesen und genießen wenig Akzeptanz: Sie sind die sprichwörtliche Textwüste.

Zu lange Absätze signalisieren Anstrengung beim Lesen und sind nicht selten ein Indiz für ungeordnete Gedanken.

Ein Absatz dient nämlich dazu, einen Text zu gliedern und einen Teilaspekt des Themas zu erörtern. Er ist die nächstgrößere Einheit nach dem Satz und sollte sich davon abheben. Der Absatz gibt dem Leser Gelegenheit kurz innezuhalten, bevor er zum nächsten Absatz kommt. Sind die Absätze gedanklich stringent, vertragen sie je nach Art des Textes auch Zwischenüberschriften.

In Internet-Texten spielt der erste Absatz eine tragende Rolle. Wird der wesentliche Inhalt gleich am Anfang kurz zusammengefasst, kann der Leser entscheiden, ob sich das Weiterlesen für ihn lohnt.

Aufzählungen

3-6 Punkte pro Aufzählung sind das richtige Maß, wenn der Text gut lesbar sein soll.  Aufzählungspunkte sind gern genutzte Mittel zur Strukturierung von Texten. Gerade im Internet erleichtern sie das Lesen, da sich mithilfe der Aufzählung wichtige Punkte direkt erfassen lassen.

Werden Aufzählungspunkte übertrieben eingesetzt, bringen sie allerdings keinen Vorteil mehr für Lesbarkeit und Verständlichkeit. Sie sind dann nicht mehr das Ergebnis gefilterter Inhalte. Eher sind sie offenbar dazu da, den Schreiber von der Textarbeit zu entlasten.

Mit den folgenden Faustregeln bleiben Aufzählungen gut lesbar:

  • Eine Aufzählung sollte mindestens aus 3 Aufzählungspunkten bestehen, da sie sonst wenig substanzhaltig wirkt.
  • Ab 7 Aufzählungspunkte fühlt sich der Leser kognitiv belastet. Die Inhalte der Aufzählung sollten neu sortiert werden und zum Beispiel in einer weiteren Aufzählung unter einem neuen Obergedanken Platz finden.
  • Eine Aufzählung ist leichter aufzunehmen, wenn in einem hinführenden Satz klar wird, was hier unter welchem Gesichtspunkt subsummiert wird.
  • Auch ein abschließender Satz tut der Aufzählung gut. So wird der Bezug der Aufzählung noch einmal klar.

Die Lesbarkeit einer Aufzählung wird durch optische Hervorhebung zusätzlich gesteigert. Zu diesem Zweck sollte sie zu Beginn und Ende vom übrigen Text durch eine Leerzeile getrennt werden. Die eigentlichen Aufzählungszeichen lassen sich im Übrigen gut durch Farbe und Form an das Unternehmensdesign anpassen.

Satzanfänge

350 Zeichen oder 20 Sekunden bleiben dem Schreiber, um den Leser auf seine Seite zu ziehen. Gefragt sind also 2-3 spritzige Sätzen, die den Besucher in den Text ziehen. Nach 350 Zeichen sollte der Leser

  • sich angesprochen fühlen,
  • wissen worum es geht
  • und warum er weiterlesen soll.

Gerade im Internet spielt der ökonomische Umgang mit der Ressource Aufmerksamkeit die entscheidende Rolle. Lohnt sich das Weiterlesen augenscheinlich nicht, geht es mit einem Klick weiter zum nächsten Anbieter.