Notenpapier und Ohrstöpsel zur Illustration des Themas Lautes Lesen

Lautes Lesen: So entdecken Sie Ungereimtheiten im Text

Zunächst ist es ungewohnt, doch dann wird sie zum festen Bestandteil der Textüberprüfung: Die Methode des lauten Lesens eignet sich bestens für das Korrigieren von Texten.

Warum ist das so?

Das menschliche Ohr ist unbestechlicher als das Auge und bringt Ungereimtheiten an den Tag. Das hängt mit den Ursprüngen der Sprache zusammen, die in ihren Anfängen gesprochene Sprache war. Sollte die mündliche Überlieferung gelingen, so war ein melodiöser Text von Vorteil.

Auch heute noch bewegen wir unsere Sprechwerkzeuge beim Lesen mit, formen wir Geschriebenes mit Zunge und Lippe leicht nach.

Was genau das laute Lesen bringt

Distanz: Das laute Lesen bringt den vertrauten Text auf Abstand. Sie hören ihn quasi aus der Ferne und hebeln die Betriebsblindheit aus. Während des lauten Sprechens entdecken Sie tückische Stellen, die Ihnen vorher entgangen sind.

Sprechfluss: Beim lauten Lesen kommt der Sprechfluss ins Spiel. Er sagt viel darüber aus, ob der Satzbau stimmt und Sie verständliche Wörter verwenden. Wenn der Text keine Zeit zum Atemholen lässt oder wenn Sie sich an manchen Stellen verhaspeln, dann ist Revision angesagt.

Textmelodie: Ob ein Text melodisch klingt oder nicht, erkennen Sie beim lauten Lesen unmittelbar. Textmelodie und Lesbarkeit sind Qualitäten, die dem einen großen Ziel dienen, nämlich der guten Textaufnahme. An einen gut klingenden, verständlichen Text erinnern Sie sich viel besser, so dass das Geschriebene auch tatsächlich seinen Zweck erfüllt.

Die praktische Umsetzung

Am einfachsten funktioniert die Umsetzung mit einer Person, die Ihnen Ihren Text live vorliest. Am Arbeitsplatz kann das z.B. ein Kollege oder eine Kollegin sein. Sie erhalten ein natürlich gesprochenes Feedback und erkennen unmittelbar eventuellen Verbesserungsbedarf.

Eine weitere Möglichkeit besteht darin, sich den Text durch eine Software vorlesen zu lassen. Hier kommt es darauf an, ein Programm mit einer natürlich klingenden Stimme zu verwenden. Wer sich nicht extra eine Vorlesesoftware anschaffen will, kann ein Online-Programm ansteuern und dort den gewünschten Text eingeben.

Daraus wird eine MP3-Datei erzeugt, die dann vorgetragen wird. Ein akzeptables Ergebnis bietet beispielsweise dieses Seite, auf der man Sprache, Stimme und Sprechgeschwindigkeit auswählen kann.

https://www.pediaphon.org/~bischoff/radiopedia/sprich.html

Probieren Sie es in der ein oder anderen Form aus. Es funktioniert und lohnt sich für Ihren Text.